Shōtō war Funakoshis literarischer Name. Er wird mit „Kiefernwellen“ beziehungsweise dem Rauschen der Kiefern in Verbindung gebracht. Zusammen mit Kan, der Bezeichnung für ein Haus oder eine Halle, entstand der Name Shotokan. Er bezeichnete zunächst sein Dojo und wurde später zur Bezeichnung der mit seiner Lehre verbundenen Karate-Stilrichtung.2,1
Die weitere Entwicklung war das Werk mehrerer Generationen. Funakoshis Sohn Yoshitaka, auch Gigō genannt, wirkte wesentlich an der technischen Ausarbeitung und Vermittlung mit. Nach dem Krieg trieben Masatoshi Nakayama und weitere Lehrer im Umfeld der Japan Karate Association die Systematisierung des Unterrichts, die Ausbildung von Instruktoren und die internationale Verbreitung voran.4,5
Unter Nakayama wurden auch Formen des sportlichen Wettkampfs mit Kata und Kumite weiterentwickelt. Andere Schüler, darunter Shigeru Egami im Shōtōkai, setzten eigene Schwerpunkte. Funakoshis Erbe lässt sich deshalb nicht auf nur eine Organisation oder eine einzige spätere Lehrmeinung reduzieren.5,8
Im Tiger Dojo verstehen wir eine Stilrichtung als gemeinsame Sprache, nicht als Grenze des Respekts. Unsere Grundlage ist Shotokan. Zugleich achten wir andere Wege und die Erfahrung ihrer Lehrer. Eine eigene Linie wird nicht dadurch stärker, dass andere kleiner gemacht werden.